Wochengebet für den 19. Sonntag nach Trinitatis

 

Fürbittengebet für Sonntag, 18. Oktober 2020

„Heile mich, HERR, so werde ich heil;
hilf du mir, so ist mir geholfen.“ (Jeremia 17,14)

Die Welt, in der wir leben,
Gott –
so oft verstehen wir sie nicht. Wir leiden
unter ihren Widersprüchen, ihrer Zerrissenheit,
ihren Abgründen.
Etwas stimmt nicht mit uns und unserer Wirklichkeit.
Aber wir hoffen auf dich und bitten:
Heile du uns, HERR, so werden wir heil.
Hilf du uns, so ist uns geholfen.

Heile, HERR, die Wunden der Ungerechtigkeit,
die Ohnmacht der Armen und die Hybris der Reichen.
Wir werden still vor dir:

(Stille)

Heile, HERR, das Fieber der Welt,
das Sterben der Tiere und Pflanzen neben uns,
die entfesselte Ausbeutung der Natur.

(Stille)

Heile, HERR, die Verletzungen durch Lüge,
das zerstörte Vertrauen, die entwerteten Worte.

(Stille)

Heile, HERR, die Ursachen und Folgen von Gewalt
in Worten und Taten, das Leid der Opfer.

(Stille)

Heile, HERR, die Menschen, die in sich selbst verschlossen sind,
taub für deine Stimme, blind für deine Winke.

(Stille)

Heile unsere Kranken und Sterbenden
in ihrer Angst und in ihren Schmerzen.

(Stille)

Heile alle, die Abschied nehmen müssen,
die an Brüchen, Abbrüchen und vor einer Leere stehen,
wo kein Fortgang für sie denkbar ist, nur ein Fallen.

(Stille)

Heile alle, die an keine Heilung glauben,
die aufgeben,
die verzweifelt oder zynisch oder verstummt sind.

(Stille)

Heile du uns, HERR, so werden wir heil.
Hilf du uns, so ist uns geholfen.
Heile unsere versehrte Welt und uns,
dass wir mit dir und als deine Geschöpfe
dein kommendes Heil wachsen lassen.
Das bitten wir
durch Jesus Christus, deinen Sohn,
der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und Leben schafft
in Ewigkeit.


Amen.