Karl-Christan Palmer ist 20 Jahre Organist in St. Martinus

Interview für den Gemeindebrief M+M

M+M: Wie bist Du Organist in St.Martinus geworden?

Christian Palmer: Nachdem die Kirchenmusikerstelle an St.Martinus 1996 aus finanziellen Gründen auf mehrere kleine, nebenamtliche Bereiche reduziert wurde, ergab sich für mich die Möglichkeit, das Organistenamt in der Gemeinde wahrzunehmen, hauptsächlich beinhaltend Gottesdienste und Amtshandlungen. Meine praktische Verbundenheit mit Kirchenmusik bestand schon sehr lange. Studiert hatte ich Schulmusik mit den Fächern Klavier und Orgel, war bisher jedoch hauptsächlich Klavierlehrer an verschiedenen Musikschulen gewesen.

M+M: Worin siehst Du deinen persönlichen Gewinn und woran hast Du die größte Freude?

Christian Palmer: Da mir der Organistendienst an St.Martinus von Anfang an Freude machte, bin ich nach und nach in diesen Aufgabenbereich hineingewachsen. Ich habe mir im Laufe der Jahre viele Möglichkeiten des gottesdienstlichen Orgelspiels selbst erarbeitet und war offen und interessiert für Vorgaben und Anregungen von außen.
Mit engangiertem Orgel- und Klavierspiel die ganze Gemeinde zum Singen zu bringen und dadurch zum Gelingen jedes Gottesdienstes beizutragen, ist für mich eine Selbstverständlichkeit, die mir schon immer lag und in die ich viel Zeit und Kraft investiere.
Darüber hinaus ergab sich für mich mehr und mehr die Gelegenheit, mit Kirchenmusikkolleg-inn-en und solchen Musikern und Musikerinnen, die Freude und Interesse an geistlicher Musik haben, in Kontakt zu kommen und entweder gemeinsam, in kleinen Besetzungen, geistliches und anderes Repertoire zu gestalten, oder bei größeren Besetzungen den Orgelpart zu übernehmen. Die Mitwirkung bei großen oratorischen Werken hat mich dann immer in besonderer Weise gefordert, mir aber auch viel Spaß gemacht.

M+M: Was waren die Herausforderungen in den zwanzig Jahren und welche Veränderungen hast Du erlebt?

Christian Palmer: Um an unserer Jehmlich-Orgel schöne Musik zum Klingen zu bringen, ist natürlich Voraussetzung, für den guten Zustand des Instruments zu sorgen. Auch in diesem Bereich habe ich – durch den Kontakt mit Orgelbauern – viele Erfahrungen sammeln können und ein Beträchtliches an Zeit und Energie aufgewendet.
Zurückgehende Zahlen hauptsächlich bei den Gottesdienstbesuchern und zunehmende Sparzwänge auch im kirchlichen Bereich führten in den zurückliegenden Jahren nicht nur in St.Martinus zu Veränderungen, die auch die Kirchenmusik betrafen. So wird das Geld für den Erhalt der Instrumente knapper (auch unsere zwei Orgeln sind nicht mehr die jüngsten!!!).

Die Nutzung auch unseres Kirchraums durch externe Gemeinden und Mietergruppen bringt es mit sich, daß Übemöglichkeiten gerade auch für den Organisten und andere Orgelnutzer beschränkt werden.

Gute Zusammenarbeit, Flexibilität und gutes Zeit- und Raumnutzungsmanagement sind also in diesen Zeiten mehr denn je gefragt!

Gemeinsam mit den anderen Musikgruppen, Geistlichen und Mitarbeitern in St.Martinus und im Alsterbund vertrauensvoll und kollegial zusammenzuarbeiten und Verantwortung zu übernehmen, ist eine Aufgabe, die mich immer wieder fordert, mir aber auch viel an Bestätigung zurückgibt.

M+M: Was wünschst Du dir in Zukunft für den Organistendienst in der Gemeinde?

Christian Palmer: Ich wünsche mir für die Zukunft, daß mir die Freude an Kirchenmusik, Orgelspiel  und am Organistendienst in St.Martinus erhalten bleibt und daß unsere Kirchengemeinde und mit ihr die Kirchenmusik an ihrem Standort in Eppendorf weiterhin einen Platz in unserer Gesellschaft einnehmen kann!

Karl-Christian Palmer