Wochengebet für den 7. Sonntag nach Trinitatis

Fürbittengebet für Sonntag, den 26. Juli 2020

(Fürbitten als Gebet vor dem Abendmahl)

Gnädiger Gott,
unser Ernährer,
wir hängen an dir wie Ungeborene an der Nabelschnur,
und aller Atem,
all unser Denken und Wollen und Fühlen,
alles Hoffen und Glauben,
alle unsere Angst und alle unsere Fragen
sind dein.

An deinem Tisch empfangen wir mehr,
als wir zu bitten wagen,
Leben in Fülle,
seelische Stärkung,
Feuer im Herzen,
Überwindung des Todes.

Was könnten wir bitten,
was du uns nicht schon gibst?
Weiter reicht deine gütige Hand als alles,
was wir ersehnen in dieser vergänglichen Welt.

Aber wir haben Angst,
aber wir sind von dir getrennt und fragen:
Warum verstellen Tod und Schmerz und Abschiede
uns immer wieder deine Gegenwart?
Warum sind wir uns selbst so oft fremd?
Warum schlägt der Lebenshunger der einen in Maßlosigkeit um
und andere zahlen den Preis?
Warum gibt es die menschliche Verlorenheit im Egoismus?
Warum können wir nur so zaghaft lieben?
Warum zerreißt immer wieder das Gewebe unseres Glaubens,
und in den Rissen sehen wir
den Tod, sehen
Gesichter von Gefolterten,
die hoffnungslose Qual Sterbender,
sehen Bilder von uns fehlenden, schmerzlich fehlenden Lieben,
die wir gehen lassen mussten,
sehen in Abgründe von Schuld?
Warum bleibt alles, was wir tun und sind, ein haltloses Fragment?

Gnädiger Gott,
mit unseren Fragen sind wir dein.
Brot und Wein
empfangen wir von dir,
deine verborgene Gegenwart.
Getrennt von dir, vertrauen wir dir,
dass du alles Trennende überwindest
und wir erfahren,
was war und ist und sein wird,
die Wahrheit unseres Lebens
in deiner unablässigen Liebe.
Amen.