Wochengebet für den 13. Sonntag nach Trinitatis

Fürbittengebet für Sonntag, 26. August 2018

Kain und Abel

Woher kam der erste Schlag, Herr?
Der Todschlag? Das Böse?
Wir haben Angst vor der dunklen Gewalt
in uns und um uns,
vor dem Schrei,
wenn ein Mensch des Menschen Wolf wird.

So bitten wir dich,
die wir unstet und flüchtig auf Erden sind,
Schatten nur unserer selbst,
sterbliche und todbringende Geschöpfe,
um Erlösung,
um unsere Verwandlung im Namen Jesu Christi
zu solchen, die Frieden schaffen und dir nah sind.
Wir rufen:
Herr, erbarme dich.

Wir bitten dich
angesichts bitterer Not in der unerbittlichen Welt:
Unterbrich die Logik,
daß auf einen Schlag der andere folgt,
daß auf Gewalt die Gewalttat antwortet,
daß die Rache auf den Fuß folgt,
wir rufen:
Herr, erbarme dich.

Wir bitten dich:
Greif ins Rad der Geschichte,
wo auf Krieg der Hunger
und auf Hunger der Krieg folgt,
wo Schuld sich fortpflanzt wie ein Virus,
wo Menschen einander zur Bedrohung werden,
wo Terror und Fanatismus,
Gewinnsucht und Profitstreben stärker sind
als die Sehnsucht der vielen nach Frieden.
Wir rufen:
Herr, erbarme dich.

Wir bitten dich:
Löse die ehernen Strukturen auf
in denen die Sprachlosen sprachlos bleiben,
in denen die Etablierten bewahren, was ihnen nutzt,
in denen die Rücksichtslosen den größten Erfolg haben
und die Feigen sich bereichern,
in denen die Schwächsten immer nur verlieren können,
wir rufen:
Herr, erbarme dich.

Wir bitten dich
um das Wunder deiner Gnade,
daß Kranke Heilung
und Sterbende Leben finden,
daß Haß verfliegt wie der Tau in der Morgensonne,
daß Verblendete Einsicht erfahren,
daß in Selbstsucht und der Gier nach mehr und mehr
deine Stille aufscheint.
Wir rufen:
Herr, erbarme dich.

Woher kam der erste Schlag, Herr?
Woher kam der Tod?
Laß uns Christus folgen zum Frieden,
nimm uns die Angst.
Du hast Gewalt und Tod überwunden,
dir sei Ehre in Ewigkeit.

Amen.