Nachruf für Wolfgang Grytz

Am 5.8.2016 ist unser langjähriges Mitglied im Kirchengemeinderat Wolfgang Grytz im Alter von 69 Jahren verstorben.

Wolfgang Grytz kam 1969 von Tübingen nach Hamburg, um hier sein Jurastudium abzuschließen. Bereits in seiner Heimat im Lipperland spielte er im Posaunenchor Bass-Posaune und so wurde er bald nach seinem Umzug nach Hamburg Mitglied im Posaunenchor der St. Martinus-Gemeinde. Er übernahm als Rechtsanwalt eine Hamburger Kanzlei und blieb dem Posaunenchor und der Gemeinde sein Leben lang treu. 1984 wurde er erstmals in den Kirchenvorstand gewählt und blieb bis in die aktuelle Legislaturperiode ohne Unterbrechung Kirchenvorsteher. Er wurde später in die Kirchenkreis- und in die Landes-Synode gewählt, war auf  synodaler Ebene unter anderem Mitglied im Präsidium, Vorsitzender des Nominierungsausschusses und aktiv im Ausschuss für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. In der Gemeinde galt sein Engagement neben dem Posaunenchor unter anderem dem Männerkreis, der Kongo-Partnerschaftsgruppe, dem Neuen Politischen Nachtgebet, dem Bauausschuss und der Region Alsterbund, in der er viele Jahre Vorsitzender der Regionalvertretung war.

Wolfgang Grytz war ein sehr beharrlicher Streiter für die Anliegen, die ihm am Herzen lagen, und auf seinen kritischen und nicht nur in juristischen Fragen immensen Sachverstand konnten wir stets zuverlässig zugreifen. Er konnte dabei auch unbequem und zuweilen etwas sperrig sein, es ging ihm aber stets um die Sache und er stellte seine eigene Person nie in den Vordergrund. Menschen für die er sich verantwortlich fühlte, begleitete er mit großem persönlichen Interesse .und verfolgte insbesondere die Entwicklung der Kinder seiner Freunde  mit großer Anteilnahme und der steten Bereitschaft, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Er hatte einen ausgeprägten Humor und konnte herzhaft lachen – auch über sich selbst.

Und doch war es nicht vielen Menschen vergönnt, ihm persönlich nahe zu kommen.

Man konnte mit ihm sehr gut und fundiert über Gott und die Welt sprechen, erfuhr dabei aber zumeist wenig über ihn selbst. Am 30.8.2017 haben wir zusammen mit Bischöfin Kirsten Fehrs in der St. Martinus-Kirche in einer sehr bewegenden Trauerfeier mit vielen Menschen von ihm Abschied genommen. Er hinterlässt eine große Lücke und fehlt seinen Freunden, dem Kirchengemeinderat und der Gemeinde sehr.

 

Karl Hameister, St. Martinus Eppendorf