Eine bleibende Herausforderung für den Alsterbund

Am 26. April beschloss die Kirchenkreissynode den Gebäudeplan des Alsterbundes mit knapper Mehrheit. Kirchenkreisweit gibt es nur eine Ausnahme von der Ganze-Standort-Maxime – und zwar im Alsterbund. Sie bedeutet ein Entgegenkommen und zugleich ein Problem.

Folgendes Bild ergab sich durch den neuen Plan des Kirchenkreisrates. Der Standort der Martin-Luther-Gemeinde bekam ein „B“ (für: im Vergleich förderungsfähig) und der der Paul-Gerhardt-Gemeinde ein „C“ (für: nicht förderungsfähig) wie in der ersten Vorlage, gegen die der Alsterbund Einspruch erhoben hatte. St. Peter hat nun für sein Gemeindehaus weiterhin ein „B“, die Kirche aber inzwischen nur ein „C“.

Neu klassifiziert wurde auch das kleine Gemeindehaus der St. Martinus-Gemeinde und die deren Kirche. Beide Gebäude bekamen ein „B“, das große Gemeindehaus in der Martinistr. 31 behielt das „C“.

Der nun beschlossene neue Plan erweist sich in mehrfacher Hinsicht als problematisch. Er enthält nicht das vom Alsterbund gewünschte „Splitting“ der Klassifizierungen für jeden Standort, das alle Gebäude, die für die jeweiligen inhaltlichen Schwerpunkte nötig sind, als förderungsfähig einstuft. Hier trifft es die Paul-Gerhardt-Gemeinde empfindlich, die ihren regionalen Arbeitsschwerpunkt „Kultur“ in ihrem Gemeindehaus untergebracht hat. Dort befindet sich eine Bühne für Theater und Musikdarbietungen.

Zudem erhält ausgerechnet der Standort Paul-Gerhart, dessen KGR in seiner Gebäudeplanung bereit war, die größten Einschränkungen mit der Aufgabe der Kirche auf sich zu nehmen, das „C“. Dieses Ergebnis kann nur mit Enttäuschung zur Kenntnis genommen werden.

Weiterhin geht der Plan davon aus, dass sich zwei „Tandems“ im Alsterbund rechts und links der Alster bilden sollen. Die Gemeinden Martin-Luther und Paul-Gerhardt sollen sich auf einen gemeinsamen Standort verständigen, weil nach der Einschätzung des Kirchenkreisrats es einen gemeinsamen städtischen Raum kirchlich zu versorgen gilt. St. Peter und St. Martinus sollen jeweils Teilstandorte bilden, da die Stadteile Groß Borstel und Eppendorf durch Verkehrswege und die Tarpenbek voneinander getrennt gesehen werden. Deshalb ist hier einmalig ein „Standortsplitting“ vorgesehen, das diesen Standorten auch erlaubt, ihre inhaltlichen Schwerpunkte, regionale Jugendarbeit und die regionale Arbeitstelle Leben im Alter, unterzubringen. Die Idee von der Bildung von zwei Tandems widerspricht jedoch diametral dem Selbstverständnis des Alsterbundes, der sich immmer als Kooperationsgemeinschaft von vier Partnern verstanden hat.

In Beratungen zeichnet sich ab, das an diesem Selbstverständnis festgehalten und die Gebäudeplanung weiterhin untereinander abgestimmt werden wird – allerdings nicht mehr unter der Maßgabe, dass mindestens ein Drittel des Gebäudevolumens gemeinsam eingespart werden soll.

Pastor Ulrich Thomas, St. Martinus-Eppendorf