Die St. Martinus-Gemeinde blickt optimistisch in die Zukunft

Die Morgenpost hat durch eine Schlagzeile, dass jede dritte Kirche im Kirchenkreis Hamburg-Ost geschlossen und die Gemeinden dazu aufgelöst werden, sehr viel Verunsicherung und Irritation bewirkt. Auch St. Martinus ist in dem entsprechenden Artikel als eine bedrohte Gemeinde genannt. Unnötige Ängste wurden dadurch geschürt und erst im weiteren Text wird ansatzweise ausgeführt, worum es wirklich geht. Darum hier ein paar klärende Sätze zu diesem Thema.

Es geht darum, eine Zukunftsperspektive für die flächendeckende Verortung kirchlicher Arbeit auf solidarische und demokratische Weise zu entwickeln. In einem Dialog zwischen der Leitung des Kirchenkreises und den Ortsgemeinden soll eine Lösung für Existenzprobleme der Kirchen in Hamburg gefunden werden. Die Kosten für den Erhalt der vielen kirchlichen Gebäude werden bei rückläufigen Mitgliederzahlen und Einnahmen mittelfristig zu weiterem Personalabbau und im schlimmsten Fall zur Insolvenz von Gemeinden führen.

Dies gilt es dadurch abzuwenden, dass der Gebäudebestand reduziert wird. Auch die St. Martinus-Gemeinde setzt sich zusammen mir ihrer Gemeinderegion Alsterbund intensiv mit dieser Frage auseinander. Sie hat bereits ihren Gebäudebestand verkleinert und umgenutzt und wird in Zukunft weitere Schritte in diese Richtung gehen.

Die Kirchengemeinde St. Martinus nimmt an diesem Beteiligungsprozess intensiv teil. Doch letztendlich ist es auch die Gemeinde selbst, vertreten durch ihren Kirchengemeinderat, die über das Fortbestehen und den Gebäudebestand entscheiden wird, da St. Martinus das volle Selbstbestimmungsrecht einer Körperschaft öffentlichen Rechts besitzt. Die Gemeinde sorgt schon seit fast zwei Jahrzehnten dafür vor, auch in schwierigen Zeiten eine Perspektive zu haben. Sie  hat Gebäuderücklagen angespart, ihre Arbeit im Quartier Martinistraße im Rahmen von MartiniErleben vernetzt und sich durch einen Kooperationsvertrag mit den Gemeinden St. Peter-Groß Borstel, Paul-Gerhardt-Winterhude und Martin-Luther-Alsterdorf zu der regionalen Solidargemeinschaft „Alsterbund“ zusammengeschlossen.

Die Leitung des Kirchenkreises Hamburg-Ost nimmt ihre Verantwortung als großer kirchlicher Solidarträger der Stadt war, indem sie in einen Gebäudeprozess initiiert hat, der in der Tat allen Beteiligten ein hohes Maß an Arbeit und Konzentration abfordert. Dieser Vorgang unterscheidet sich grundlegend vom Vorgehen großer Konzerne, denen durch die Konzernspitze Sparprogramme bzw. Werks- oder Filialschließungen zur Sanierung auferlegt werden. Denn am Ende eines komplexen und auf Dialog angelegten Entscheidungsprozesses wird der Synode des Kirchenkreises ein Plan im April 2016 zur Abstimmung vorgelegt.

Pastor Ulrich Thomas